Ausstellung

Alamannen

Im Erdgeschoss veranschaulicht die Abteilung 'Die Alamannen an der Neckarquelle' das Leben der in der Region Schwenningen ansässigen Menschen aus dem 6. und 7. Jahrhundert. Die Funde stammen aus dem Gräberfeld 'Auf der Lehr' mit über 200 Gräbern. Im Mittelpunkt der Präsentation steht filigraner Schmuck (Reproduktionen) einer Adeligen, deren reiches Grab zu den bedeutendsten seiner Zeit gehört, sowie die Gesichtsrekonstruktion eines ebenfalls ausgestellten Schädels.
Weitere im Original gezeigte Funde informieren zu Schmuck und Bekleidung, Handwerk, Medizin, Religion und Jenseitsvorstellungen des Frühmittelalters.

Bäuerlich-handwerkliches Schwenningen

Historische Bauernstuben, die teilweise aus den Gründungsjahren des Museums stammen, geben Einblick in die Lebensverhältnisse des 18. und 19. Jahrhunderts. Schränke, Betten, Kinderwiegen, aber auch Eisenplattenöfen und eine offene Herdstelle sowie viele Gerätschaften des täglichen Lebens sind ausgestellt. Eine Schuhmacherwerkstatt, eine handwerkliche Uhrmacherwerkstatt und ein schmuckbehangenes Pferdegeschirr, symbolhaft für das stolze Fuhrmannsgewerbe, repräsentieren daneben das früher stark ausgeprägte Handwerk.
Auch das Brauchtum kommt nicht zu kurz: Besonderheiten der Schwenninger Tracht werden ebenso wie die erst im 20. Jahrhundert entstandene Fastnacht vorgestellt.

Schwenninger Uhren

Mit der Herstellung billiger Uhren für den europäischen Markt begann im 18. Jahrhundert im Schwarzwald und in Schwennigen eine neue Epoche. Wirtschaftlich wurde das Uhrmacherhandwerk bald zum alles bestimmenden Dreh- und Angelpunkt. Die Vielfalt der hiesigen Produktion an der Schwelle zur Industrialisierung zeigen zahlreiche Exponate und Zifferblattentwürfe.

Erwähnenswert ist eine Fassadenuhr von 1820 des Uhrmachers Michael Vosseler, sozusagen eine frühe „Außenwerbeanlage“.
Auf einer Uhr mit einem Schild des Schwenninger Künstlers Johannes Jauch werden die aufkommende Industrialisierung und die bäuerliche Lebensweise romantisierend gegenüberstellt.

Hellmut-Kienzle-Sammlung

1961 bis 1975 betrieb die Uhrenfabrik Kienzle ein eigenes Firmenmuseum. Hellmut Kienzle hatte hierfür vor Jahren begonnen, aus sämtlichen europäischen Uhrmacherzentren hochwertige historische Uhren zusammenzutragen. 1975 verkaufte Kienzle die Sammlung an das Land Baden-Württemberg, um die Arbeitsplätze des Unternehmens zu erhalten. Seither betreut das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen die Sammlung. Zu sehen ist sie im Obergeschoss des Heimatmuseums Schwenningen.
Eine Auswahl bedeutender Stücke aus dem frühen 17. bis ins 19. Jahrhundert zeigt höchste künstlerische Fertigkeiten. Ihre  Gestaltung machte sie einst zu Prestigeobjekten einer vermögenden adligen bzw. bürgerlichen Schicht. Gleichzeitig lieferte ihre Mechanik über Jahrhunderte hinweg ein Erklärungsmodell zur Funktionsweise der Welt.